Wie bekommt man eigentlich...einen Pflichtverteidiger?

Autor: S. Biewald am 13.03.2014

Um seine Rechte als Angeklagter im Strafverfahren wahrnehmen zu können, empfiehlt es sich, einen Verteidiger zu beauftragen. Das kostet Geld. Anders als im zivilrechtlichen Gerichtsverfahren, gibt es im Strafverfahren nicht die Möglichkeit der Prozesskostenhilfe. Unabhängig von seinen wirtschaftlichen Verhältnissen, muss der Angeklagte seinen Verteidiger also aus der eigenen Tasche bezahlen.

Die einzige Möglichkeit, dass die Kosten für einen Verteidiger von der Staatskasse übernommen werden, ist, dass dem Angeklagten ein Rechtsanwalt zum Pflichtverteidiger bestellt wird.

Die Voraussetzungen hierfür sind eng – allerdings wird ein Pflichtverteidiger längst nicht nur in solchen Fällen bestellt, in denen eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe zu befürchten ist. Die Beiordnung eines Rechtsanwalts als Pflichtverteidiger kommt unter anderem in Betracht, wenn sich die Sach- und Rechtslage des Falls schwierig gestaltet oder wenn der Angeklagte nicht in der Lage ist, seine Interessen im Strafverfahren zu wahren und alle seiner Verteidigung dienenden Handlungen vorzunehmen.

In jedem Fall sollte ein mit der Verteidigung beauftragter Rechtsanwalt zunächst die Möglichkeiten der Pflichtverteidigerbestellung prüfen und einen entsprechenden Antrag an das Gericht stellen.